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Kaum was ärgert Allesfresser so wie Veganer

1 Aug

Armin Himmelrath auf SPON:

Extremisteneltern [richten] mit radikaler Konsequenz ihr Leben nach unumstößlichen Regeln ausrichten und [wollen] auf diesem Weg, wenn möglich, ihr gesamtes Umfeld missionieren und mitnehmen […] – ohne Rücksicht auf Verluste. Salafisteneltern gehören zu dieser Gruppe oder christlich-radikale Väter und Mütter wie in der evangelischen Sekte “Zwölf Stämme”, die ihre Kinder dem staatlichen Schulsystem entzogen und auf Prügelstrafe und Demütigung gesetzt haben.

Zur Aufnahme in den Kreis solcher Extremisteneltern bewirbt sich jetzt eine neue Gruppe: vegan lebende Eltern, die Anfang August in Frankfurt am Main und im Herbst in München im Rahmen von Elterninitiativen neue vegane Kitas eröffnen.

weil, das weiss er ganz genau, vegane Ernährung, die er mit Bezug auf die DGE mit makrobiotisch gleichsetzt, zu Mangelerscheinungen und Fehlentwicklungen führt. Was faszinierend ist, weil die DGE in ihrem FAQ zu veganer Ernährung makrobiotische Ernährung gar nicht erwähnt und explizit schreibt:

[V]on der DGE [wird] eine vegane Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter nicht empfohlen.
[…]
Entscheiden sich Schwangere, Stillende, Kinder oder Jugendliche dennoch für eine vegane Ernährung für sich bzw. Eltern für ihre Kinder, sollten unbedingt die in Frage 4 zur Überprüfung der Nährstoffversorgung genannten Punkte beachtet werden.

Frage 4: Was sollten diejenigen beachten, die sich vegan ernähren möchten? beinhaltet:

Menschen, die sich vegan ernähren möchten, sollten

  • dauerhaft ein Vitamin-B12-Präparat einnehmen sowie die Versorgung mit Vitamin B12 regelmäßig ärztlich überprüfen lassen;
  • sehr gezielt nährstoffdichte Lebensmittel und angereicherte Lebensmittel auswählen, um die Nährstoffversorgung, insbesondere die Versorgung mit den kritischen Nährstoffen (s. Frage 3) sicherzustellen;
  • gegebenenfalls die Versorgung mit weiteren kritischen Nährstoffen regelmäßig ärztlich überprüfen lassen und generell bei einem festgestellten oder möglichen Nährstoffmangel sowohl die Ernährung umstellen als auch über Nährstoffpräparate oder angereicherte Lebensmittel die kritischen Nährstoffe solange zuführen, bis der Nährstoffmangel behoben ist;
  • sich von einer qualifizierten Ernährungsfachkraft informieren und beraten lassen. Für Schwangere, Stillende, Säuglinge, Kinder und Jugendliche wird eine vegane Ernährung von der DGE nicht empfohlen (s. Frage 5)

Sehr solide Ratschläge (die letzten beiden übrigens auch für Allesfresser), denen man nur zustimmen kann, die aber deutlich weniger ablehnend sind, als Himmelrath.

Angesichts dieser Sorge bzgl. der Auswirkungen elterlicher Entscheidungen auf ihre Kinder, war es mir sonnenklar, dass der Autor sich öffentlich gegen nicht-medizinische Beschneidungen ausgesprochen hat.
Was war ich überrascht, dass ich dazu nichts finden konnte!

Das “kaum”, auf dass ich mich bezog, sind übrigens Feministinnen – muss man sich nur die am hitzigsten kommentierten Artikel auf www.taz.de ansehen.

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