Archive | Forschung RSS feed for this section

Ja ja, die Wissenschaft ist schuld

11 Aug

Der Spiegel schreibt darüber, dass reichlich Promotionsstudenten abbrechen und kontrastiert den Idealismus derjenigen, die Wissenschaft betreiben wollen und die Realität im Wissenschaftsbetrieb:

Doch auch die Tätigkeit und die Zwänge in der Wissenschaft selbst und der Widerspruch zur “inneren Berufung” und der damit verbundenen idealistischen Vorstellung von Wissenschaft scheinen Promovierenden Schwierigkeiten zu bereiten. Das Ideal, der reinen Sache, das heißt der Schaffung neuen Wissens im Weber’schen Sinne um des Wissens selbst willen dienen zu wollen oder die Leidenschaft für ein neues Forschungsthema oder eine interessante Forschungsfrage trägt viele Promovierende in die Wissenschaft. Dort treffen sie auf Strukturen, die diesen Ansprüchen nicht gerecht werden oder ganz und gar widersprechen, aber genauso zum Wissenschaftsalltag gehören: Konkurrenzdruck und Leistungsdenken, spitze Ellenbogen von Kolleginnen und Kollegen, fehlende Freiheit bei Fragen- und Methodenwahl, die Abhängigkeit von Karriereoptionen und Geldgebern, Elitedünkel, das Aussortieren unbequemer Resultate, “Datenbeschönigungen” oder das Aufbauschen bescheidener Forschungsergebnisse.

Treffen an der Sache selbst interessierte Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler auf Effizienz- und Output-Orientierung in einer Wissenschaftswelt, die wie ein Industriebetrieb geführt wird, geraten sie in einen Zwiespalt: Unterwerfen sie sich dem Druck oder bleiben sie ihrem Ideal treu? Sie laufen Gefahr, in diesem System einfach unterzugehen, da sie zum Beispiel zu langsam arbeiten oder keine oder zu wenige publikationsfähige Ergebnisse produzieren. Die große Diskrepanz zwischen den Vorstellungen von Wissenschaft und der dann vorgefundenen Realität führt zu Frustration und Enttäuschung. Damit ist das Wissenschaftssystem selbst keineswegs unbeteiligt an Promotionsabbrüchen.

Continue reading

Advertisements

Wie kann es eigentlich sein, dass niemand zu verstehen scheint, dass es Wahnsinn ist, “Schwarzer Peter” mit Erderwärmung zu spielen

8 Apr

Die aktuell beliebteste Taktik westlicher Regierungen, um die Gewinne diverser Konzerne zu schützen, besteht darin, darauf zu bestehen, dass die sich aktuell industrialisierenden Länder ihren CO2-Ausstoss verringern müssen, bevor sich die industrialisierten bewegen. Selbst die TAZ stimmt in sowas ein:

Doch so wichtig die Industrieländer sind – der Berichtsentwurf macht deutlich, dass der Kampf gegen den Klimawandel nicht hier entschieden wird, sondern in Schwellenländern wie China oder Indien und in den Megastädten Afrikas und Asiens. Denn der weltweite CO2-Ausstoß hat durch neue Fabriken, Autos und Kraftwerke dort immer mehr zugelegt: Pro Jahr stieg die Abgasfahne von 2000 bis 2010 um 2,2 Prozent jährlich, auf 49 Milliarden Tonnen CO2 2010. Dabei sind „das Wachstum von Wirtschaft und Bevölkerung Haupttreiber für den wachsenden CO2-Ausstoß“.

Continue reading