Die Schweizer Nationalbank hat NICHTS verloren

30 Apr

Spiegel:

Der Franken ist einfach zu stark: Das Aufwerten der eigenen Währung gegenüber Fremdwährungen hat der Schweizerischen Nationalbank (SNB) einen Milliardenverlust eingebrockt. Für das erste Quartal weist die Notenbank ein Minus von rund 30 Milliarden Franken aus.

Die SNB kann beliebig viele Franken zum Nulltarif per Tastendruck erzeugen, also wie, bitteschön, soll sie Minus machen können?

Mit dem höheren Kurs der eigenen Währung hat die Schweizer Notenbank nun zu kämpfen. Denn sie hält massenweise Anlagen, die in Fremdwährungen notiert sind – in Franken gerechnet ist ihr Wert erheblich gefallen.

Um das mal aufzuschlüsseln:

  1. Die SNB hat Anleihen in Fremdwährungen gekauft – das impliziert, dass sie dafür auch ebendiese Fremdwährungen hinlegen musste, Euroländeranleihen gibt’s für Euro, US-Anleihen für US$, japanische Anleihen für Yen.
  2. Diese Fremdwährungen hat sie auf dem Devisenmarkt für Franken erworben – zu einem Zeitpunkt, als der Franken schwächer war. Mit Franken, wie gesagt, die die SNB unbegrenzt zum Nulltarif ausgeben kann.
  3. Nun ist der Kurs des Franken gestiegen.
  4. Wenn die SNB diese Anleihen verkaufte und die dadurch erlösten Fremdwährungen nutzte, um Franken zu kaufen (was den Kurs weiter hochtriebe und dadurch mit dem erklärten Ziel der SNB im Konflikt stünde), würde sie weniger Franken erhalten, als sie ausgab.
  5. Aber da die SNB selbst Franken erzeugen kann und aktuell kein Interesse daran hat, den Frankenkurs zu stützen, gibt es keinen Grund, das zu tun.
  6. In der Zwischenzeit steigen mit jeder Renditeausschüttung die Devisenreserven der SNB.
  7. Sollte ein Zeitpunkt kommen, an dem der Kurs des Franken stark fiele und die SNB zur Unterstützung intervenieren wollen, dann kann sie ebendiese Reserven nutzen. Ausserdem kann sie die Anleihen verkaufen und für die erlangten Devisen mehr Franken kaufen, als zum Zeitpunkt des Anleihenerwerbs.

Alles in allem hat die SNB also nicht nur keinen Verlust gemacht, sondern in jedem sinnvollen Szenario, in dem sie Franken aufkaufen würde, würde sie Gewinn machen.

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