Archive | January, 2015

Das wird mit der Ausgabenbremse auch nicht besser

12 Jan

Fachkräfte-Mangel im Öffentlichen Dienst titelt der Spiegel heute und schreibt:

Fehlendes Personal bereitet dem Beamtenbund und Vertretern der kommunalen Beschäftigten zunehmend Sorgen. So bekämen die Bürger den Mangel an Fachkräften im Öffentlichen Dienst immer öfter unangenehm zu spüren. Leistungen des Staats seien verbesserungswürdig, Risiken für die Menschen wüchsen. Das betonten der Beamtenbund (dbb) und die Gewerkschaft der Beschäftigten der Kommunen, Komba, unmittelbar vor der in Köln beginnenden Jahrestagung des dbb.

Engpässe bei der Feuerwehr gefährdeten die Sicherheit, sagte der Komba-Vorsitzende Ulrich Silberbach. Und um den Anspruch auf Kita-Betreuung der Unter-Dreijährigen zu erfüllen, bräuchte es deutlich mehr Erzieher.

Der Vorsitzende des Beamtenbunds, Klaus Dauderstädt, hatte am Wochenende in der “Rheinischen Post” vor Personalmangel auch bei Zoll, Gesundheitsschutz und Lebensmittelkontrolle gewarnt.

Gäbe es in einer Martwirktschaft eine einfache Lösung für: Gehälter erhöhen und damit die Berufe attraktiver machen. Zu knappes Angebot = steigende Preise.

Nur leider hat die ganz grosse Koalition den Kommunen ja eine Ausgabenbremse verpasst. D.h., dass ihnen dieser Ausweg verspart ist. Ein Schelm, wer bei der dann anstehenden Privatisierung Böses denkt.

Deflation wird gezielt falsch dargestellt und zur Verschleierung verwendet

8 Jan

Die sich immer weiter verlangsamende Inflation in der Eurozone, die in einigen Ländern bereits in offene Deflation umgeschlagen ist, ist eine direkte Folge der Austeritätspolitik:

  1. Ausgabenkürzungen der öffentlichen Hand, ob nun direkt bei Renten, Arbeitslosenunterstützung, Beamtengehältern, oder indirekt mittels Einstellungsstopps und verringerten Aufträgen für den Privatsektor, verringern die Nachfrage
  2. Verringerte Nachfrage bei unverändertem (weil im Voraus produzierten) Angebot führt zu sinkenden Preisen

Das führt dann im nächsten Schritt zu Profitminderungen, das wiederum zu Entlassungen im Privatsektor, womit die Nachfrage sinkt und sich die Deflation selbst verstärkt. Das ist der Grund, warum Deflation so riskant für eine Volkswirtschaft ist. Allerdings hiesse das zuzugeben ja, dass deutsche Politiker und Ökonomen ihre Fehler zugeben und korrigieren müssten und das darf natürlich nicht sein.
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Frankreichs Regierung hat den Krieg gewollt

8 Jan

Es ist selten, dass die TAZ gleich mehrmals in Folge ins Fettnäpfchen tritt, aber wenn in einem Kommentar mit dem Titel “Ungewollter Krieg” solches zu lesen steht:

Diesen Krieg hat das Land nicht gewollt, nicht gesucht. Der Kampf gegen den Terrorismus in Afrika, Afghanistan, im Irak, in Syrien oder Libyen war eine Verteidigung gegen eine Bedrohung von außen und eine Vergeltung für Geiselnahmen.

dann schiesst gutgemeinte Unterstützung über das Ziel hinaus. In Libyen hat die französische Regierung in einen Bürgerkrieg auf Seiten der Aufständischen eingegriffen, in Syrien hat sie intensiv für ein ähnliches Verhalten agitiert. In beiden Ländern ist die Situation beschissener als zuvor und neue islamistische Milizen gibt es auch.

Terrorismus ist immer falsch und niemand hat das Recht, einen anderen Menschen zu töten, weil ihm seine/ihre Meinung nicht passt. Aber die französische Regierung hat Kriege gewollt, nur halt nicht daheim. Und die Rechnung zahlen müssen andere.

Feministin demütigt Vergewaltiger

8 Jan

findet die TAZ in einem bemerkenswerten verblendeten Beitrag mit dem Titel “Ein hochtoxisches Gespenst”:

Denn Evans hat eine Frau vergewaltigt, jedenfalls waren die Richter dieser Meinung. Sie schickten ihn für fünf Jahre hinter Gitter, nach zweieinhalb Jahren kam er frei.
[…]
Evans wird auch nicht verziehen, dass er sich nicht zu seiner Tat bekennt und so ziemlich alles tut, um sich als Justizopfer darzustellen.
[…]
Als Evans bei seinem alten Klub, Sheffield United, mittrainieren wollte, stellte eine unter dem Pseudonym Jean Hatchet agierende „radikale Feministin“ (Hatchet über Hatchet) eine Unterschriftenliste ins Netz – fast 170.000 Leute unterschrieben.

Sheffield ließ Evans fallen wie eine heiße Kartoffel. Sponsoren drohten mit dem Rückzug, Vereinspaten damit, den Klub nicht mehr zu unterstützen.
[…]
Er wird wohl weiter tingeln müssen. Wenn er seine Dienste kostenlos in der fünften oder sechsten Liga anbietet, dann könnte es vielleicht etwas werden mit einem Job. Man verlangt offensichtlich von ihm, sich selbst zu demütigen.

Fassen wir zusammen: der Mann hat eine Frau vergewaltigt, dafür schlappe 2,5 Jahre abgesessen (wieviel kriegt man nochmal für schwere Eigentumsdelikte?), und ist anscheinend nicht reformiert.

Und weil es eine engagierte Frau (deren Selbsteinordnung in Gänsefüsschen gesetzt wird) nicht hinnehmen will, dass ein Verbrecher, der keine Reue zeigt, wieder arbeiten geht, sieht der Herr Sportredakteur Demütigung?