Vereinfachte Arbeitsmarktannahmen funktionieren nicht

17 Apr

Demnach werden nur etwa 60.000 der insgesamt rund 1,3 Millionen sogenannten Aufstocker durch den ab 2015 geplanten Mindestlohn nicht mehr auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen sein.
[…]
Dies liege unter anderem daran, dass Einkommen oberhalb von 100 Euro zu 80 Prozent mit dem Anspruch auf Arbeitslosengeld II verrechnet werden.
[..]
Nur jeder sechste Aufstocker ist in Vollzeit beschäftigt. Fast vier Fünftel der Aufstocker arbeiten laut IAB weniger als 32 Stunden in der Woche. Das geringe Arbeitsvolumen sei ein Grund, warum der Mindestlohn nur für wenige das Ende von Hartz IV bedeute, obwohl der durchschnittliche Stundenlohn von Aufstockern 6,20 Euro betrage.

Schön, dass das sowas inzwischen sogar im Spiegel steht. Nun muss man nur noch die Schlussfolgerungen hinkriegen, dass

  1. es wohl um das deutsche “Jobwunder” net so toll bestellt ist, wenn es derartige Unterbeschäftigung gibt,
  2. ein Mindestlohn, der bei 32 Stunden/Woche nicht zum Leben reicht, wohl ein bisschen zu niedrig angesetzt ist, und
  3. die ALG-II-Regelung extrem regressiv ist.

Tipps, wann es soweit ist? 2020?

Edit: Andererseits — unwahrscheinlich. Schliesslich packen sie immer noch Zeug wie

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute erwarten bis Ende 2015 ein stabiles und kräftiges Wachstum in Deutschland. In ihrem am Donnerstag vorgelegten Frühjahrsgutachten gehen die Forscher davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr um 1,9 Prozent und 2015 um zwei Prozent wachsen wird.
[…]
Treibende Kraft für den Aufschwung ist laut Gutachten die Binnennachfrage, also die Investitionen der Unternehmen und der Konsum der Verbraucher.
[…]
Die Verbraucherpreise werden nach Angaben der Institute in diesem Jahr voraussichtlich um moderate 1,3 Prozent zulegen. Eine Deflationsgefahr sehen die Forscher nicht.
[…]
“Die abschlagsfreie Rente ab 63 konterkariert die Bemühungen, die Rentenversicherung an die steigende Lebenserwartung anzupassen.” Stattdessen würde die Regelung das Potenzial der gesamten Wirtschaft dämpfen.

Auch den geplanten Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde sehen die Forscher kritisch. Allein 2015 würden dadurch rund 200.000 Arbeitsplätze wegfallen.

online.

Gibt aber wenigstens schöne Zahlen, um sie gegen die Realität zu überprüfen, am Ende des Jahres.

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