Der Spiegel sieht wieder mal den Wald vor lauter Bäumen nicht

15 Apr

Da titeln die “Deutschland: Noch nie gab es so viele Mediziner wie heute” und bringen ihr Unverständnis ob des Ärztemangels in bestimmten Gegenden zum Ausdruck, beschreiben auch die Symptome ein bisschen genauer und kriegen es schlicht nicht hin, Schlussfolgerungen zu ziehen? Z.B. angesichts von:

Generell haben Kassenpatienten in ärmeren Regionen im Kampf um die Ärzte das Nachsehen. Die Münchner Gesundheitsökonomin Leonie Sundmacher hat in einer Studie bestätigt, dass Mediziner besonders dort gerne Praxen betreiben, wo es viele Wohlhabende gibt. Pro Prozent mehr an Privatversicherten gibt es in städtischen Kreisen demnach vier Praxisärzte auf 100.000 Einwohner mehr.

könnte eine naheliegende Schlussfolgerung sein, dass das Problem in der Existenz von Privatpatienten besteht, und in der Tatsache, dass Privatkassen mehr Leistungen zahlen als gesetzliche. Also einheitliche Versicherungen und Zahlungen schaffen, z.B. mittels einer einzigen gesetzlichen KK, die deutlich mehr zahlt, als den profitorientierten Katalog, der aktuell erstattet wird.

Oder angesichts von:

Hinzu kommt: Immer mehr Ärzte arbeiten in Teilzeit. 2005 waren es laut Statistischem Bundesamt noch 42.000, 2011 nach jüngsten Daten 54.000 Teilzeit-Ärzte. Eine mögliche Ursache für den Trend ist Experten zufolge der ansteigende Frauenanteil. Seit 1991 hat sich der Anteil der Ärztinnen um 34 Prozent auf 45 Prozent erhöht. Auch Allgemeinarzt Niebling meint: Damit die Frauen Job und Familie unter einen Hut bekommen können, brauche es für zwei Ausscheidende künftig drei Nachrücker.

Faszinierend, dass das für männliche Ärzte anscheinend kein Problem darstellt? Könnte es sein, dass a) Kindererziehung und Hausarbeit immer noch auf Frauen abgewälzt wird und dementsprechend eine geschlechtlich gleichberechtigtere Gesellschaft auch ein bessere Ärzteversorgung hätte, und b) Teilzeit deutlich weniger nötig wäre, wenn es genügend Kinderbetreuungseinrichtungen gäbe?

Aber klar, Feminismus und Regulierung assymmetrischer Märkte, das passt net so richtig in die Spiegelpropaganda.

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