Archive | March, 2014

In Spanien führt die Diktatur des Marktes immer tiefer in die Katastrophe

31 Mar

Die aktuellen “Austeritätsmassnahmen” in Europa haben ganz offensichtlich den Effekt, dass Wohlstand noch mehr von unten nach oben umverteilt wird – Bankenrettungen, Einschnitte ins soziale Netz, Billigprivatisierungen öffentlicher Infrastruktur, und dass demokratische Handlungsräume und Rechte ausgehöhlt werden. In Spanien ganz speziell bedeutet das, dass das Streikrecht ausgehöhlt wird:
Continue reading

Austerität – wie zu erwarten war

27 Mar

Laut Spiegel, plant die aktuelle ukrainische Regierung:

Harte Kürzungen in der Ukraine: Mit Massenentlassungen und Einschnitten ins soziale Netz will die ukrainische Übergangsregierung das Land aus seiner schweren Finanzkrise führen. Die Behörden der Ex-Sowjetrepublik seien angewiesen worden, etwa 24.000 ihrer 249.000 Angestellten zu entlassen, sagte Regierungschef Arsenij Jazenjuk. Zudem würden Sonderrenten für Staatsanwälte, Richter und die Miliz gestrichen.

Das ist genau der gleiche Schwachsinn, der in der Eurozonen”peripherie” verzapft wurde, mit den gleichen Begründungen:

Das Land stehe “am Rande des finanziellen und wirtschaftlichen Bankrotts”, sagte aber Jazenjuk. Ohne Reformen könne die Wirtschaft in diesem Jahr um zehn Prozent schrumpfen.

Schrupfung des BIPs mit Verringerung der Binnennachfrage begegnen – das hat vor 80 Jahren nicht funktioniert, das hat vor 35 Jahren nicht funktioniert, das hat vor 6 Jahren nicht funktioniert, und das wird wieder nicht funktionieren.

Und nachdem die Ukraine dann vollends zwangsflexibilisiert worden ist, wird ein Freihandelsabkommen unterzeichnet, damit die ukrainische Situation lohndrückend in der EU eingesetzt werden kann.

Die grosse Koalition ist wie erwartet

21 Mar

Die TAZ hat ne Tendenz, der SPD Erfolge in der groKo zuzuschreiben, die eigentlich keine sind. Allerdings reichen die Artikel dennoch, um die Fakten rauszulesen und die verdichten sich dazu, dass die groKo genauso unsozial ist, wie zu erwarten war.
Continue reading

Das war von Anfang an klar

13 Mar

In zwei nordafrikanischen Ländern, Libyen und Sudan, haben europäische Regierungen Aktionen gegen die amtierende Zentralregierung unterstützt, im Sudan mittels “soft power”, um damit die Abspaltung von Südsudan zu ermöglichen, in Libyen mit “hard power” mittels Luftangriffen gegen Gaddafis Truppen, was zu seinem Sturz und gewaltsamen Ableben führte. In beiden Fällen war Öl im Spiel und in beiden Fällen war es eigentlich offensichtlich, dass das eigentliche Problem nicht gelöst werden würde. Also, zumindest für mich (und andere, Stratfor wie üblich dabei) und ich habe keinen Apparat von Experten, auf die ich mich bei der Analyse der Lage stützen könnte. Aber gerade angesichts der Bereitschaft verschiedener Gruppen, zu bewaffnetem Kampf zu greifen, um ein grösseres Stück vom Ölkuchen abzukriegen, war es unwahrscheinlich das die “neuen” Staaten in einen Zustand gelangen würden, in dem Öleinnahmen verteilt und der Lebensstandard der Bevölkerung gleichmässig erhöht wird.
Continue reading

Mehr unreflektierte kognitive Dissonanz

13 Mar

Die TAZ hat aktuell einen Artikel, der sich mit einem Vorschlag Kissingers beschäftigt, die Ukraine föderaler zu machen und damit Konflikte zu entschärfen. Ich hab zwei offensichtliche Probleme damit: einerseits ist das Kissinger, Chile- und Vietnam-Kissinger (nebenbei auch Friedensnobelpreisträger, genauso wie der Drohnenkrieger Obama, Mikrowucherer Yunus und die Verarmungsmaschine EU, was schon alles über diesen Preis sagt, was zu wissen wäre). Andererseits bin ich gegenüber föderalen Entwürfen gegenüber eh ein bisschen misstrauisch: im Irak scheint das i.W. dazu gedacht zu sein, die verschiedenen Ethnien gegeneinander auszuspielen, in Belgien löst Föderation grad gar mal nix, und in Jugoslawien hat das auch nicht so toll funktioniert.
Continue reading

Auch ein blindes Huhn…

12 Mar

Die TAZ-Berichterstattung über die Nachbeben der Janukowitschentmachtung in der Ukraine war ein bisschen überraschend – so gut wie keine Kritik an der Verhaltensweise der westlichen Regierungen, dafür lautes Getöse, dass Europa/US Putin jetzt mal zeigen müssten, wo der Hammer hängt.

Angenehmerweise gab’s dann heute auch einen Kommentar, der das Ganze ein bisschen differenzierter betrachtet. Dabei wird keine Putinapologie betrieben, aber dafür sehr deutlich auf die kognitive Dissonanz hingewiesen, die bei europäischen und us-amerikanischen Politikern und Massenmedien bzgl. separatistischer Bewegungen herrscht:

Denn eigentlich ist es heute schwer geworden mit den glatten Erzählungen: Weil die westliche Politik moralische Maßstäbe und völkerrechtliche Grundsätze mit einer geradezu opulenten Widersprüchlichkeit handhabt. Kosovo, Kroatien, Libyen, Ägypten, Südsudan, Mali, Syrien, Zentralafrika: Ob neue Staaten erlaubt sind, ob ein Referendum Gültigkeit hat, ob ein Putsch legitim ist, eine Intervention gerechtfertigt, eine Bombardierung geboten, all dies ist schlicht eine Frage von Interessen.

Continue reading

Buzzwordprofessor

11 Mar

Die SZ hat einen Eintrag online, in dem sie behaupten, Prof. Mathias Hagen in Weimar sei Deutschlands “erster deutscher Big-Data-Professor”.

Die Forschung, die in diesem Artikel beschrieben wird, GERADE auch Forschungen zum “Semantic Web”, werden seit 30 Jahren mit dem Begriff “Machine Learning” und seit etwa 20 zusätzlich mit “Data Mining” beschrieben. Es gibt reichlich Professoren, die in Deutschland an solchen Themen arbeiten, Leute wir Katharina Morik in Dortmund, Tobias Scheffer in Potsdam, Hans-Peter Kriegel in München, Johannes Fürnkranz in Dortmund, Eyke Hüllermeier in Marburg, Stefan Kramer in Mainz, und und und.
“Big Data” ist schlicht ein neues Buzzword, mit dem existierende Forschung als neu verkauft wird, und die Behauptung, dass Prof. Hagen der erste Professor dieser Art in Deutschland sei, ist schlicht Schwachsinn.