Macht Fleischkonsum dumm oder unehrlich?

6 Aug

Da hat sich also Katrin Göring-Eckart von den Grünen für einen “Veggie-Day” in öffentlichen Kantinen in Deutschland ausgesprochen. Dafür gibt es ganz gute Argumente, die umrissen werden:

“Man muss nicht jeden Tag zwei Burger essen”, sagte Göring-Eckardt. Dies entspreche ungefähr dem durchschnittlichen Fleischkonsum der Bundesbürger – nämlich rund 60 Kilogramm pro Kopf und Jahr.

Einen Zwang hin zum “Veggie Day” solle es keineswegs geben, betonte Göring-Eckardt.

So eine Initiative werde gut ankommen: 60 Prozent der Deutschen seien zu weniger Fleischkonsum bereit.

Erst im Februar hatte die Techniker Krankenkasse eine Studie vorgestellt, nach der viele Bundesbürger nach wie vor viel mehr Fleisch und Wurst essen als empfohlen – vor allem Männer. Während nur vier von zehn Frauen täglich Wurst oder Fleisch zu sich nehmen, sind es demnach sechs von zehn Männern.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt seit langem, sich vorwiegend mit pflanzlichen Lebensmitteln zu ernähren. Laut einer vom Umweltverband WWF herausgegebenen Studie bewirkt hoher Fleischkonsum zudem viel Landverbrauch und weit mehr Treibhausgase als pflanzliche Ernährung.

Und weil die Grünen schon wissen, wie die Gegenpropaganda aussehen wird, machen sie’s auch noch mal ganz explizit:

Fraktionschefin Renate Künast sagte der Deutschen Presse-Agentur, als erstes solle es um die öffentlichen Kantinen gehen.

“Es wird ja niemandem etwas verboten.”


Nur hindert das die Fleischbefürworter nicht daran, Falschinformationen zu verbreiten:

Die Menschen seien klug genug, selbst zu entscheiden, wann sie Fleisch und Gemüse essen, sagte FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle der “Bild”-Zeitung.

Die Studien dazu, dass Menschen halt nicht sehr gut darin sind, Impulsen zu unausgewogener oder ungesunder Ernährung zu widerstehen, gibt es – siehe auch die Formulierung zur TK oben. Und weil der Herr von der FDP ist, bedient er schnell noch die Signalworte:

“Menschen ständig Vorschriften zu machen, ist nicht mein Verständnis von Freiheit und Liberalität.”

Das ist genau die Mannschaft, die jedem Langzeitarbeitslosen mit Klein-klein-verordnungen das Leben schwer macht und ihn oder sie dann mit Kürzung des ohnehin unzureichenden “Existenzminimums” bestraft. Freiheit und Liberalität!
Die CDU hält es lieber mit expliziter Unwahrheit:

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe warnte in der Bielefelder “Neuen Westfälischen” vor einer “grünen Bundes-Verbots-Republik”.

Öffentliche Kantinen!+1 Tag in der Woche!+Einen Zwang soll es nicht geben!=Verbot…typische CDU-Rechnung.
Und auch wieder ein Schuss Heuchelei, wenn ausgerechnet die CDU Verbote bemängelt – wie war das noch in Stuttgart oder ist jedes Jahr in Gorleben? Gibt’s net irgendwo in der Verfassung ein Recht auf Versammlungsfreiheit, dass nur aufgrund gravierender Erwägungen ausser Kraft gesetzt werden darf?
Selbst die Linken entlböden sich nicht:

Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Matthias Höhn, wetterte in “Handelsblatt Online” gegen eine “grüne Erziehungsdiktatur”.

Tickt der Mann noch richtig? Der Erziehungsdiktatur der Werbung und des Lobbyismus nichts entgegenstellen wollen?
Und Ilse Aigner zeigt wieder mal, auf welcher Seite sie steht:

Auch Bundesernährungsministerin Ilse Aigner (CSU) kritisierte den Grünen-Vorstoß. “Wir halten generell wenig von Bevormundungen”, sagte ein Sprecher. “Am Ende brauchen wir eine ausgewogene Ernährung. Da gehört Fleisch dazu.”

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