Die Volksverdummung schreitet ungebremst voran

23 Jul

Nicht nur, dass Spiegel Online gestern Kate Middletons Baby als Aufmacher hatte, also eine Nachricht, die wirklich nicht unwichtiger sein könnte, nein, er hatte auch diese Perle im Angebot. Titel und Aufmacher sind schon mal kompletter Schrott:

Finanzkrise: Euro-Länder häufen neue Schulden an

Trotz harter Sparmaßnahmen steigt der Schuldenstand im Euro-Raum. Er erreichte im Durchschnitt 92 Prozent der Wirtschaftsleistung – vier Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr.

Merken se was? “häufen neue Schulden an” klingt nach Neuverschuldung. “Schuldenstand” und “Prozent” hingegen deuten darauf hin, dass das Problem darin liegen könnte, dass der Nenner, also die Wirtschaftsleistung der Eurozone, gefallen ist. Und tatsächlich ist Eurozonen-BIP im letzten Jahr konsequent gefallen, im ersten Quartal 2013 z.B. um 1.1% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. D.h., dass dieser Rückgang alleine einen Prozentpunkt des beklagten Anstiegs der Staatschuldenquote ausmacht.

So ziemlich alles, was im Artikel steht, unterstützt diese Interpretation:

Besonders dramatisch ist die Entwicklung weiterhin in Griechenland. Der öffentliche Schuldenstand des Landes betrug am Ende des ersten Quartals 160 Prozent. Ein Jahr zuvor hatte der Wert noch bei 136 Prozent gelegen, im Vorquartal waren es knapp 157 Prozent.

D.h., dass der Anstieg der griechischen Quote sich parallel zur Schrumpfung der griechischen Wirtschaftsleistung entwickelt hat.

Auf Griechenland folgen Italien mit 130 Prozent, Portugal mit 127 Prozent und Irland mit 125 Prozent. Diese Länder meldeten auch die prozentual stärksten Anstiege.

Nicht zufälligerweise sind die anderen “Sünder” ebenfalls Länder, in denen der Sparschwachsinn die Wirtschaftsleistung einbrechen lässt.

Um diesen Zusammenhang zu benennen, muss man noch nicht mal die ökonomischen Hintergründe verstehen – es würde völlig reichen, diese Parallelentwicklung wahrzunehmen und dann die Einleitung umzuschreiben zu: “Parallel zu harten Sparmaßnahmen steigt der Schuldenstand im Euro-Raum.” Alles, was es dafür braucht, sind der Wille zu hinterfragen, Grundschulmathematik, und der Wille, die Leserschaft tatsächlich zu informieren und weiterzubilden. Womit wir wie bei unseren herrschenden Klasse wieder bei der Frage wären, ob die alle einfach dumm oder bösartig sind.

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